Krieg und Frieden, Schuld und Sühne: Ein theologischer Blick auf Tolstoi und Dostojewski

Vier Vorlesungen, jeweils Freitag, 09.30 bis 11.00 Uhr, 30. April bis 21. Mai 2021.

Die Vorlesung findet online statt. Hier der Link zum Anmeldungsportal.

«Herr, hilf mir. Lehre mich. Komm und nimm deinen Wohnsitz in mir.» Das Gebet eines jungen Fürsten in Leo Tolstois 1899 erschienenem Roman «Auferstehung» ist repräsentativ für die spirituelle Intensität der russischen Literatur, der immer wieder eine besondere Religiosität nachgesagt wurde und wird. Die Protagonisten befinden sich – wie zum Beispiel in den Romanen des Häftlings und Glücksspielers Dostojewski – auf der Suche nach einer wahrhaft christlichen Lebensform im Zwiegespräch mit Gott, in der Schwebe zwischen Schuld und Verzweiflung auf der einen, und Vergebung und Gottvertrauen auf der anderen Seite.
Die Werke der grossen russischen Romanciers des 19. Jahrhunderts wurden zu einer wichtigen Inspirationsquelle der westlichen Theologie und Politik, so z.B. für das Prinzip der Gewaltlosigkeit in den Bürgerrechtsbewegungen. Die Vorlesung fokussiert sich auf die beiden Autoren Tolstoi (1828-1910) und Dostojewski (1821-1861) und wird ihre Werke vor dem Hintergrund der Religionsgeschichte Russlands beleuchten.

Dostojewskis «Grossinquisitor»

30. April 2021
Unterlagen zur Vorlesung

Leo Tolstoi, ein Anarchist von Adel

7. Mai 2021
Unterlagen zur Vorlesung

Tolstois Auslegung der Bergpredigt und der Pazifismus

14. Mai 2021
Unterlagen zur Vorlesung

Ein Leben zwischen Schuld und Sühne: Dostojewskis dramatische Biographie

21. Mai 2021

*Bildlegende: Leo Tolstoi 1908. Erste colorierte Portrait-Fotographie in Russland; Quelle: Sergei Prokudin-Gorskii, Public domain, via Wikimedia Commons